Auf dem ersten Blick könnte man meinen, auch der Stamm Silberkranich begibt sich nach der letzten Gruppenstunde und dem Beginn der Sommerferien in eine Ferienpause. Doch dieser Schein trügt. In der zweiten Woche der Sommerferien haben sich die Hirsche zu ihrer fünftägigen Sommerfahrt auf dem Gelände der Mühle in Medingen zusammengefunden.
Nachdem wir am Montag sämtliches Material zur Wiese gebracht haben und mit dem letzten Hochziehen des Dachs der Theaterjurte den Aufbau abgeschlossen hatten, wurde es auf dem Lagerplatz schon langsam dunkel. Doch vor dem Schlafengehen sehnte sich jeder erst einmal nach dem wohlverdienten Abendessen. Nach einigen Startschwierigkeiten am Kohlegrill, den wir beim Stammesfest 2023 geschenkt bekamen und nun zum ersten Mal einsetzten, gab es leckere Bratwurst und würziges Kräuterbaguette. Nachdem sich jeder sattgegessen und die Zähne geputzt hat, ging es dann auch schon ins Bett.
Die beim Aufbau verbrauchte Energie brauchten wir nämlich am Dienstag wieder. Nachdem viele Wölflinge bei unserer IG „Schwedenstühle bauen“ auf dem Pfingstlager mit Verweis auf Altersgrenze und großes Interesse bei den anderen Stämmen vertröstet wurden, konnte hier nun endlich jeder, der wollte, seinen eigenen Schwedenstuhl bauen. Dank vorab kalkulierter Zuschnittliste wurde hier – wenn auch zum Unmut einiger der Sägenden – kein Zentimeter Holz verschenkt. Auch alle, die bereits einen Schwedenstuhl hatten oder zum Sitzen doch ihre Isomatte bevorzugten, kamen auf ihre Kosten. Dank angenehmer Temperaturen ging es für sie an und in die Ilmenau. Ihre Aufgabe war es, aus den mitgebrachten Stangen, Kanistern und Seilen ein funktionsfähiges Floß zu bauen. Nach reichlich Sägen, Knoten und Ausprobieren schwamm das Floß tatsächlich und wurde auch in den Folgetagen noch viel genutzt. Nach den Tortellini zum Abendessen und einem ganzen Tag Arbeit fiel das Einschlafen keinem schwer.
Am Mittwoch stärkten wir uns nach Frühsport & Waschen mit frischen Brötchen, ehe der angesetzte Tageshajk begann. Doch diesmal sollten die Wölflinge nicht mit Kompass & Karte navigieren und auch die Gruppenleiter wollten nicht die Strecke vorgeben, stattdessen wurde die Wanderstrecke mit einem GPS-Gerät abgegangen. Zwischendurch wurden Geocaches, also kleine Verstecke mit einem Logbuch, gesucht und zum Erlangen der nächsten Koordinaten fleißig Rätsel gelöst. Auf halbem Weg gab es leckere Hajksuppe, auch wenn diese nicht unbedingt für viel Energie während der zweiten Etappe sorgte. Verstärkt auch durch einen Abstecher an das andere Ende von Bruchtorf, der sich als ein deutlich größerer Umweg als geplant entpuppte, und das stetig warme Wetter war hier bei allen irgendwann „die Luft raus“. Umso schöner war es, als sich hinter den letzten Koordinaten wieder der Zeltplatz versteckte und jeder sich zum Abkühlen in den Schatten begeben konnte.
Am Donnerstagmorgen wurden die Anstrengungen der vorherigen Tage belohnt. Nach kurzem Spaziergang kühlten wir uns im Rosenbad ab. Hier wurde ausgiebig gespielt, gerutscht und gesprungen. Die beste Attraktion im Schwimmbad war aber nach drei Nächten im Zelt zumindest für uns Gruppenleiter die warme Dusche. Da wir aber (leider) nicht den ganzen Tag im Rosenbad verbringen konnten, machten wir uns im Schatten des Klaubuschwalds wieder auf den Rückweg zum Zeltplatz. Dort stand nämlich die Vorbereitung des Bunten Abends an und für die nächsten Stunden wurde fleißig geschnibbelt, gekocht und probiert. Mit Tschai und Buntem Teller ließen wir die Fahrt ausklingen und erinnerten uns an die vergangenen Tage.
Spätestens beim Aufstehen am nächsten und letzten Tag erinnerte sich dann aber jeder, dass die Zelte nicht nur auf-, sondern auch abgebaut werden müssen. Mit den letzten Kräften wurden die Planen abgenommen und zusammengelegt, alles wieder in Kisten verpackt und zurück zum Kloster gebracht. Durch die gute Zusammenarbeit haben wir es aber geschafft, beinahe (mehr wäre an dieser Stelle auch zu viel verlangt) pünktlich wieder am Kloster zu stehen. Nun konnte die zwar sicherlich weniger aufregende, aber dafür entspanntere Phase der Sommerferien beginnen.
Gut Pfad,
trave




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