Am Montag, den 23.03. fuhren avsla, jærli und ich (utvil) vom Bahnhof in Bad Bevensen mit dem Zug los. Unsere Reise ging über monströse Berge, himmlische Seen und grauenerregenden Schluchten, auch gerne Weser-Aller-Flachland genannt. Auf dem Hinweg begegneten wir einer äußerst gesprächsfreudigen Schaffnerin, welche mit uns Lieder singen wollte. Als wir schließlich in Verden ankamen, trafen wir auf die ersten anderen Pfadfinder, mit denen wir uns dann erstmal austauschten. Nach einer ereignisfreien Busfahrt erreichten wir die Hasenheide und wurden von einer Herde Rehe begrüßt. Danach durften wir uns erstmal Namensschilder machen und hatten abends eine kurze Einstiegs- und Vorstellungsrunde.
Am folgenden Tag konnten wir unsere Mahlzeiten, die wir in dieser Woche essen wollten, planen. Darauf schloss eine relativ lange Lektion in Sachen Entwicklungspsychologie an, welche sich zwar sehr hinzog, aber dennoch interessant war. Nach dem Mittagessen bauten wir in Gruppen Kothen auf und lernten über verschiedene Feuerarten. Anschließend wurde uns mitgeteilt, dass wir alle unseren gemeinsamen Abschlussabend planen durften. Und das sogar mit einem Budget von 100 Euro! avsla, jærli und ich waren dabei für die Planung der Snacks zuständig. Am Tagesende erfuhren wir noch einiges über Queerness und Diversität im VCP und gingen danach endlich zu Bett.
Der Tag darauf war anstrengend. Zuerst wurden wir über die Planung von Lagern belehrt, wobei wir als tüchtige Silberkraniche ja schon viel wussten. Nachdem lernten wir die Planung von Gruppenstunden und, wie man richtig mit den Eltern der Gruppenkinder arbeitet und kommuniziert, was für uns noch sehr wichtig sein wird. Am Nachmittag wurden wir Eulen jedoch getrennt, denn wir wurden in Hajk-Gruppen aufgeteilt und mussten mit den anderen Teilnehmern unsere bevorstehende Hajk-Route und unsere Verpflegung besprechen. Nach dem Abendessen mussten wir dann noch mit unserer Hajk-Gruppe einen “Elternabend” simulieren, indem wir den Eltern (hier von den Teamern gespielt) unseren Hajk vorstellten.
Dann war er da: Der erste Hajk-Tag. Wir packten unsere Rucksäcke mit allem, was nötig war und fanden uns in den Hajk-Gruppen zusammen. Während die anderen Gruppen schon im strömenden Regen losgehen mussten, durfte ich mit meiner Gruppe noch kurz unterm Vordach warten, um dann mit dem Auto irgendwo im Nirgendwo ausgesetzt zu werden. Das Glück war jedoch nicht nur in dem Punkt auf meiner Seite. Unser Hajk war insgesamt nur 20km lang (10km/Tag), während jærlis Hajk 42km und avslas 52km lang waren! Doch bevor man mich einen Esel nennt: Ich konnte mir keine spezifische Route aussuchen – ich hatte einfach nur Glück. Allgemein kann ich nicht für die Erfahrungen von den anderen Beiden sprechen, da ich nur von meinem eigenen Hajk berichten kann. Als wir endlich am Ziel ankamen, spannten wir ein paar Kothenplanen vor die Öffnung unserer Schutzhütte und machten im Hütten-Grill ein kleines Feuer an. Dann fuhr ein Transporter vor und wir wurden fast aus unserer Unterkunft geschmissen, doch sobald wir erwähnten, dass wir Pfadfinder seien, ließ man uns in Frieden. Doch Fortuna hatte an diesem Tag noch nicht genug gelächelt, denn einige Minuten später klopfte es an unsere Schutzhütte und ein ca. 40 Jahre alter Mann schaute herein. Wir dachten zuerst, es wäre endgültig vorbei mit unserer warmen Übernachtungsmöglichkeit, doch es stellte sich heraus, dass unsere Anwesenheit sich im Dorf herumgesprochen hatte und dieser Mann früher auch Pfadfinder war. Dann bot er uns an, dass wir in seiner “Hütte” schlafen könnten. Wir ließen uns das nicht zweimal sagen und packten zusammen. Am Ende war es doch keine Hütte, sondern eine beheize Ferienwohnung mit Bad, Küche und Matratzen. Hierbei möchte ich nochmal erwähnen, dass ich an eurer Stelle davon abraten würde, in fremden Häusern zu schlafen, solange ihr nicht in Not seid. Wir waren nicht in Not aber haben auch nicht besonders weit gedacht. Uns erreichte dann schließlich eine Welle der Unsicherheit und wir informierten unsere Freunde und Familien über unseren Standort und die Situation, doch am Ende passierte doch nichts schlimmes und wir hatten eine gute und warme Nacht!
Am zweiten Hajk-Tag packten wir unsere Sachen, bedankten uns für die Übernachtung und marschierten zurück zur Hasenheide. Der Rückweg verlief ohne Probleme oder wichtige Ereignisse. Als wir endlich ankamen, konnten wir warm duschen, uns umziehen und wurden dann in ein überraschend weihnachtlich geschmücktes Café gebracht, welches von den Teamern in einem der Gebäude organisiert worden war. Wir bekamen Getränke und jeweils eine Waffel mit Toppings, welche wir auswählen durften. Dann trudelten auch jærlis und avslas Gruppen ein und wir konnten uns über unsere Hajks austauschen. Abends konnten wir nochmal allen anderen Gruppen über unsere Hajks berichten, wobei meine Gruppe viele neidische Blicke ertragen musste, und gingen zu Bett.
Am Samstag wurden wir größtenteils über Gruppen belehrt, also wie Gruppen agieren, die verschiedenen Phasen, die eine Gruppe durchläuft und welche Spiele man mit seiner Gruppe spielen kann. Nach dem Essen konnten wir dann nochmal im Dunkeln spielen, wo wir dann auch mit dem berühmt berüchtigten Popelspiel Bekanntschaft machen durften, welches viele von euch sicher bald kennenlernen werden.
Dann war er da, der letzte volle Tag auf dem Grundkurs. Wir mussten noch einiges über Rechte und unsere Aufsichtspflicht lernen, was sich als sehr wichtig erweist. Auch über Prävention wurden wir aufgeklärt, was sehr interaktiv gestaltet wurde. Am Ende des Tages veranstalteten wir schließlich unseren Abschlussabend, dessen Programm aus einer kleinen Singerunde am Lagerfeuer und einer Karaoke-Disco bestand. An dem Abend konnten wir nochmal richtig mit unseren neuen Bekanntschaften abfeiern und dem Grundkurs ein schönes Ende setzen.
Am nächsten Montag, den 30.03., war dann Aufräumen angesagt und wir durften einen Test schreiben, welchen wir drei gut gemeistert haben, so, wie wir es bei Allem tun! Dann mussten wir uns von unseren neuen Freunden schon wieder verabschieden und fuhren von Verden aus über Harburg wieder nach Bad Bevensen zurück.
Alles in Allem war der Grundkurs ein tolles Erlebnis. Wir konnten eine Menge lernen und uns auf unsere Zukunft vorbereiten, wir haben viele tolle Pfadfinder aus anderen Bezirken kennengelernt und dazu hat es auch noch alles sehr viel Spaß gemacht. Ich kann jedem angehenden Gruppenleiter nur viel Spaß wünschen und hoffen, dass er oder sie auch so viel erlebt wie wir drei!
Gut Pfad,
utvil
PS: Da jærli und avsla sich über die Kürze meines Hajks ausgiebig beklagt hatten, bin ich am 03.04.2026 von Medingen nach Lüneburg und zurück (ca. 50km an einem Tag) gewandert, um die Kilometer-Differenz auszugleichen.
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